Impressionen der Tagung

Abschlusstagung am 28.10.2014

„Wir sind mittendrin im Perspektivwechsel“ stellte NRW-Staatssekretär Thorsten Klute auf der Fachtagung „Richtig eingestellt?! Interkulturelle Potenziale in Wirtschaft und Verwaltung“ des Multikulturellen Forums e.V. am 28. Oktober in der Handwerkskammer Dortmund fest. Gemeint war die Wahrnehmung von kultureller Vielfalt als ein Gewinn für den Arbeitsmarkt. Dies werde immer mehr erkannt - auch in der öffentlichen Verwaltung, so Klute. Auch Dr. Ulrich Jahnke aus der Stabstelle der Bundesintegrationsbeauftragten Aydan Özoğuz, die ihre Teilnahme an der Tagung aufgrund der kurzfristig einberufenen internationalen Syrien-Konferenz absagen musste, pflichtete ihm bei: In vielen Bundesministerien werde derzeit überprüft, ob die demographische Struktur der Gesellschaft sich auch im Personal widerspiegele; dies sei erklärtes Ziel der Staatsministerin.

Die Abschlusstagung des dreijährigen Projektes „Perspektivwechsel“ war nicht nur politisch, sondern auch wissenschaftlich hochkarätig besetzt; eröffnet wurde sie vom renommierten Migrationsforscher Prof. Dr. Klaus J. Bade, der in seinem Vortrag die Dringlichkeit einer ernst gemeinten Willkommenskultur anmahnte. Die steigenden Einwanderungszahlen als Chance zu begreifen und Menschen Perspektiven in Deutschland zu bieten - dies sei das Gebot der Stunde, so der einhellige Tenor der Redner auf der Veranstaltung. Das Projekt hatte sich Anfang des Jahres 2012 zum Ziel gesetzt, den Prozess der interkulturellen Öffnung von Unternehmen und Verwaltungen durch einen „Perspektivwechsel“ zu unterstützen. Der bundesweit einzigartige Verbund aus vier verschiedenen Migrantenorganisationen stellte seine äußert erfolgreiche Bilanz nun auf der Tagung vor: Neben dem Multikulturellen Forum, das die Projektkoordination übernahm und ein eigenes Teilprojekt durchführte, waren die Alevitische Jugend in NRW, die Vereinigung zur Integration der Russlanddeutschen Aussiedler, sowie der Verein Selbständiger Migranten im Kreis Unna/Hamm/Dortmund am Projekt beteiligt. Durch passgenaue Qualifizierung von Unternehmen, Verwaltungen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, vor allem aber durch Begegnung und Austausch auf Augenhöhe zwischen allen drei Zielgruppen, sollten interkulturelle Kompetenzen auf der einen, und berufliche Perspektiven auf der anderen Seite gesteigert werden.

So gewährte das Projekt über 300 Mitarbeitenden des Jobcenters Dortmund, des Jobcenters Kreis Unna sowie des Kommunalen Jobcenters Hamm einen Einblick in Kultur und Lebensweise ihrer potenziellen Kundschaft. Dies trug bei ihnen dazu bei, das Gegenüber besser zu verstehen und ihm im Arbeitsalltag noch passgenauer helfen zu können.

Mehr als 500 Jugendlichen vor allem mit Migrationshintergrund wurde gezeigt, dass sich ein Einblick in verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten bei der öffentlichen Verwaltung durchaus lohnt, und nebenbei auch Spaß machen kann.

Zu guter Letzt trugen verschiedene Formate dazu bei, die Themen „Ausbildung“ und „Vielfalt“ bei UnternehmerInnen zu verankern, gerade auch bei denen, die selbst einen Migrationshintergrund haben. Mehr als 50 von ihnen besuchten interkulturelle Seminare, Dialogforen und Vorbereitungskurse für den Ausbildereignungsschein. Viele von ihnen bilden jetzt erstmalig aus und stellen vermehrt gezielt kulturell vielfältiges Personal ein.

Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, vom Europäischen Sozialfonds sowie aus Mitteln des Landes NRW.

Förderer:

  

 

Partner:

         

 

               

 

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