Multi-Kulti-Preis 2015

Beeindruckendes Engagement

Multi-Kulti-Preis 2015 für Nelli Foumba Soumaoro

 

„Wir müssen die Realität nicht nur wahrnehmen, wir müssen sie gestalten!“: Mit einer beeindruckenden Rede nahm der 24-jährige Nelli Foumba Soumaoro aus Hamm am Dienstagabend den Multi-Kulti-Preis 2015 entgegen. Er habe bei seiner Ankunft in Deutschland viel Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten erhalten, da sei es für ihn selbstverständlich gewesen, dass auch er helfen müsse, wo er kann. Nun wurde er für dieses Engagement mit dem Multi-Kulti-Preis ausgezeichnet, mit dem das Multikulturelle Forum seit 2005 vorbildlich engagierte Personen und Institutionen ehrt, die sich für ein gelungenes multikulturelles Miteinander einsetzen. Dotiert ist der Preis anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Multikulturellen Forums in diesem Jahr mit 1.500 Euro.

 

Den Hauptpreis erhielt Soumaoro von dem Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek, der auf der Preisverleihung im Bergmannsmuseum in Lünen vor rund 130 geladenen Gästen die Laudatio hielt. Soumaoro, selbst 2005 als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen, habe die Jury mit seinem umfangreichen, ehrenamtlichen Engagement für die Integration von Flüchtlingen und das friedliche multikulturelle Miteinander in Deutschland beeindruckt, betonte Kaczmarek in seiner Rede. Der erste Vorsitzende des Vereins „Yes Afrika“ und Bundessprecher der Jugendorganisation „Jugendliche ohne Grenzen“ zeige als selbstbewusster Interessensvertreter auf, dass Flüchtlinge nicht namenslose Hilfebedürftige, sondern politische Subjekte seien. Sein Engagement für Chancengleichheit, ein friedliches Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und für kulturelle Vielfalt drücke sich in einer großen Anzahl von ganz konkreten Maßnahmen aus, die jede für sich preiswürdig sei, so Kaczmarek weiter. Beispielhaft nannte er die Freizeitangebote für Flüchtlingskinder, Informationsveranstaltungen zum Abbau von Vorurteilen, Begleitung von Flüchtlingen bei Behördengängen sowie die Veröffentlichung von Informationsbroschüren und Handlungsempfehlungen für die Flüchtlingsarbeit. Außerdem sei Soumaoro inzwischen bundesweit gefragter Redner zu Themen wie Asylpolitik oder der Situation von Flüchtlingen. „Mit seinem vorbildlichen und selbstlosen Engagement gestaltet Soumaoro unser Land, das längst auch sein Land ist, aktiv mit und setzt sich für ein gelungenes multikulturelles Miteinander geprägt von Chancengleichheit und gegenseitiger Akzeptanz ein.“

 

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums lobte das Multikulturelle Forum in diesem Jahr zudem drei Sonderpreise aus, die mit je 500 Euro bedacht wurden. Diese gingen an den Vorsitzenden des ehrenamtlichen Arbeitskreises „Flüchtlinge in Lünen“, Armin Böck, die multikulturelle Straßenfußball-Liga „Nordstadtliga BuntKicktGut“ aus Dortmund sowie den Verein HennaMond e.V. aus Köln, der von häuslicher bzw. psychischer Gewalt, Zwangsverheiratung oder Ehrenmord bedrohte Frauen und Männer unterstützt.

 

Für besondere Momente sorgten auf der Preisverleihung Jaouad Hanin von HennaMond e.V., der ein emotionales Lied zum Thema Gleichstellung und Ehre präsentierte, sowie die Nordstadtliga BuntKicktGut. Diese brachte nicht nur zwei junge Fußballer mit, die beeindruckende Balltricks vorführten, sondern auch ihren Schirmherrn, den Abwehrspieler des BVB, Neven Subotic. Selbst im In- und Ausland vielfältig insbesondere für Kinder engagiert, sprach Subotic seine Anerkennung für alle Bewerber des Multi-Kulti-Preises aus.

 

Für den Preis hatten sich Einzelpersonen, Vereine, Bildungsträger, soziale Einrichtungen, Kindertagesstätten, Familienzentren, Schulen, Stadtteilzentren sowie verschiedene soziale Projekte aus 20 Städten aus ganz Nordrhein-Westfalen beworben ‒ die meisten Bewerbungen kamen aus dem Kreis Unna, gefolgt von Hamm, Dortmund und Köln.