Muslime im Dialog

Verbunden – Vernetzt – Selbstbestimmt

Der Islamdiskurs in Deutschland findet häufig in einem negativen und problemzentrierten Bezugsrahmen statt und (re-)produziert Stereotype, die bestehende antimuslimische Ressentiments in der Gesellschaft verstärken. Das Projekt "Muslime im Dialog: Verbunden – Vernetzt – Selbstbestimmt" möchte dieser Entwicklung entgegenwirken und nimmt Musliminnen und Muslime als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft in den Fokus, der mit vielfältigen Stimmen, Erfahrungen und Perspektiven zu gesellschaftlichen Diskursen und Fragen des Miteinanders beiträgt. Ziel des Projektes ist es, die Partizipation von Musliminnen und Muslimen zu fördern, Vorurteile und Stereotype abzubauen und damit das wertschätzende Miteinander von Menschen mit unterschiedlichem religiösen und kulturellen Background zu fördern.

Bildungsangebote für Jugendliche

Durch interaktive und kreative Workshops im schulischen und außerschulischen Kontext möchten wir muslimische und nicht-muslimische Jugendliche zu einer kritischen Auseinandersetzung mit (eigenen) Stereotypen und Vorurteilen anregen und gemeinsam vorurteilsbewusstes und diskriminierungskritisches Handeln einüben. In den Workshops werden Räume geschaffen, in denen die Teilnehmenden über Fragen von Identität, Zugehörigkeit, Selbst- und Fremdwahrnehmung nachdenken und in Austausch mit anderen kritisch reflektieren. Es werden interreligiöse Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten von muslimischen, christlichen und jüdischen Jugendlichen initiiert und ein Austausch über Fragen wie "Was glaube ich? Welche Werte sind mir wichtig?" ermöglicht. Der stereotypen Darstellung als Kollektiv ("die Muslime") steht hier das Individuum mit seiner eigenen, komplexen "Erzählung" gegenüber.

Vernetzung

Wir möchten bundesweit muslimische Organisationen und nichtorganisierte Musliminnen und Muslime mit anderen gesellschaftlichen Akteuren/(nicht-)religiösen Organisationen vernetzen und aktive interreligiöse Bündnisse schaffen. Auf Transfertagungen wird eine Plattform geboten, auf der sich die Akteur*innen über Erfahrungen und best-practice-Beispiele austauschen. Die Leitfragen sind: Wie kann gemeinsam interreligiöse und rassismuskritische Arbeit gestaltet werden? Welche fruchtbaren Kooperationen gibt es bereits und wo stecken noch unentdeckte Synergien, auf die man aufbauen kann? Welche innovativen Wege wurden begangen oder können noch begangen werden (insbesondere mit Blick auf Jugendliche)? Dabei wird ein Film entstehen, der als eine Art Anleitung zur Formierung solcher Bündnisse dienen soll.

Daneben werden auch kleinere, sozialraumnahe Partnerschaften initiiert. Damit möchten wir kurze Kommunikationswege zwischen verschiedenen sozialen Akteur*innen (z.B. Schulleiter*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Fachlehrpersonen, Imam*innen etc.) schaffen und einen Dialog über gemeinsame Herausforderungen (z.B. antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus) etablieren und begleiten.

Weiterbildungen

Um über das Projektende hinaus nachhaltig Empowerment und Partizipation zu erwirken, werden durch Schulungen und Workshops zukünftige Multiplikator*innen herangebildet und gefördert.

Laufzeit:
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Standorte

Gefördert von

Das Projekt "Muslime im Dialog" wird im Rahmen der Deutschen Islam Konferenz durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.