Multikulturelles Forum feiert vier Jahrzehnte Engagement

Volle Reihen in Veranstaltungssaal
© Jens Nieth

Am 14.09.2026 gaben im Multikulturellen Forum gleich zwei Ereignisse Anlass zur Feier: Das 40. bzw. 41. Jubiläum des Vereins sowie die offizielle Einweihung des neuen Bildungs- und Begegnungszentrums. Vor knapp 150 geladenen Gästen freute sich Kenan Küçük über die Entwicklung des Vereins, dem er selbst von Beginn an angehört. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass ein solcher Verein vier Jahrzehnte bestehe und sich weiterentwickle: "Wenn wir heute auf diese 41-jährige Geschichte zurückblicken, dann ist es eine Geschichte, auf die wir stolz sein dürfen," so Küçük. 

Kenan Kücük am Rednerpult
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Nach seinem Dank an Team, Mitglieder, Teilnehmende, Lehrkräfte, Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen richtete Küçük seinen Blick auch auf die aktuelle politische Lage und mahnte an: Wer wolle, dass zivilgesellschaftliche Organisationen sich weiterhin für die pluralistische Demokratie einsetzen können, wer wolle, dass solche Räume auch weiterhin bestehen können, müsse sich aktiv dafür einsetzen. "Nicht nur mit Applaus, sondern auch mit Unterstützung, Mitgliedschaft, Spenden und politischem Engagement."

Martina Förster-Teutenberg am Rednerpult
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Die Grußreden des Abends hielten Lünens Bürgermeistern Martina Förster-Teutenberg und der Landrat des Kreises Unna, Mario Löhr. Förster-Teutenberg erinnerte daran, dass der Rat der Stadt Lünen der Umbenennung des Platzes, an dem das Bildungs- und Begegnungszentrum steht, zum "Platz der Vielfalt" nach Diskussionen doch noch zugestimmt hat, und stellte fest "Gut so!". Sie würdigte die langjährige Arbeit des Forums, wie auch der Landrat. Löhr betonte die enge Kooperation des Kreises Unna mit dem Verein, die schon in der Zeit seines Vorgängers bestand.

Christian Woltering am Rednerpult
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Lobende Worte fand auch Christian Woltering, Vorstand des Paritätischen NRW, dem das Multikulturelle Forum seit 1989 angehört. Mit Blick auf die Fertigstellung des Bildungs- und Begegnungszentrums erinnerte er sich an seinen letzten Besuch in Lünen, bei dem er zur Grundsteinlegung vor der Baugrube gestanden habe. Und nun stehe das Gebäude, das gleichzeitig ein Statement für Vielfalt sei.

 

Auch prominente Politiker*innen gratulierten dem Multikulturellen Forum zum Jahrestag. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst stellte in seiner Videobotschaft gleich drei Jubiläen miteinander in Verbindung: 40 Jahre Multikulturelles Forum, 80 Jahre Nordrhein-Westfalen und 65 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei. Die Menschen, die damals als so genannte "Gastarbeiter*innen" gekommen seien, hätten zum Wohlstand des Landes beigetragen und aus wenig Chancen trotz großer Hürden viel gemacht. Ihr Beitrag gehöre genauso zur gemeinsamen Geschichte NRWs wie das Multikulturelle Forum.

 

Die Bundesintegrations- und antirassismusbeauftragte, Staatsministerin Natalie Pawlik, gehörte ebenso zu den Gratulant*innen des Multikulturellen Forums. Ihren Besuch in Lünen musste sie zwar kurzfristig absagen, zeigte sich aber in ihrer Videobotschaft vom Engagement des Vereins beeindruckt: "Integration braucht Orte, an denen Menschen sich begegnen und nicht nur Verwaltet werden."

 

Gezeigt wurde außerdem ein Film, der auf 41 Jahre Multikulturelles Forum zurückblickt. Eine Talkrunde mit Mitarbeiter*innen des Multikulturellen Forums, die jeweils in unterschiedlichen Jahrzehnten Teil des Teams wurden und ihre Erinnerungen aus der jeweiligen Zeit teilten, rundete das Programm ab. 

Zweiergespräch auf Bühne
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Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Sistera Nava Kollektiv - einem Musikerinnenkollektiv aus dem Ruhrgebiet, das unter der Leitung von Maren Lueg armenische, griechische, kurdische und türkische Klänge auf die Bühne brachte. 

Vier Musikerinnen spielen gemeinsam
© Jens Nieth

 

Beim anschließenden Buffet hatten die Gäst*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik, Bildungswesen und andere Wegbegleiter*innen die Gelegenheit zum Austausch.