Storytelling in bewegten Bildern

Jugendlicher hält Smartphone mit Selfiestick

Partizipative Filmarbeit mit Jugendlichen, Alten und benachteiligten Gruppen (Participatory Video)

Die Corona-Pandemie hat besonders bei den Schwächsten in unserer Gesellschaft starke Spuren hinterlassen. Stark steigende psychische Erkrankungen, Isolation und Alleinsein. Die ganze Gesellschaft ist davon betroffen; Nicht nur Jugendliche, Kinder und ältere Menschen, sondern Eltern, Alleinerziehende, Gefangene, Geflüchtete, Menschen mit Behinderungen etc. Doch wie können wir die großen Lücken des sozialen Miteinanders wieder schließen? Wie können wir Menschen darin zu unterstützen wieder aus ihrer sozialen Isolation zu kommen?

Partizipative Film- und Kunstprojekte (hier kurz Paticipatory Video (PV) genannt) sind sehr gut dazu geeignet, sich mit sich selber, den eigenen Lebensumständen und den daraus resultierenden Fragen kreativ und in einem Gruppensetting auseinanderzusetzen. So können Themen wie Alleinsein, Isolation, Rassismus, Vor-Urteile, Diversität, etc. aber auch andere persönlich gelagerte Fragen wie: was fehlt mir in meinem Leben, welche Wünsche und Träume tragen mich, was macht mich wirklich glücklich, ..., bearbeitet und kollektiv umsetzt werden. ) Participatory Video ist eine wertvolle Methode, um Menschen, Peergroups und Gemeinschaften zu stärken und sie zu ermächtigen ihrer Geschichte aus ihrem Blickwinkel zu erzählen. Die Gruppenarbeit ermutigt Menschen die isolierte Sichtweise ihrer Lebensthemen zu verlassen.
Die Form des Ergebnisses spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle: So können Themen als Doku, Kurzfilm, Musikclips, oder hybride Mischformen gestaltet werden, genauso wie in Form einer Video- /oder Audioinstallation, die über einen längeren Zeitraum gezeigt wird oder in anderen Kunstformen. Die Mittel dafür werden immer leichter: Videokameras sind leicht zu handhaben, genauso sind die meisten verfügbaren Smartphones mit einer Film- und Fotofunktion ausgestattet.

In der sozialen Arbeit dient der partizipative Ansatz der Stärkung des Einzelnen durch eine kreative
Gruppenarbeit. Weltweit findet der PV-Ansatz seinen Einsatz in der sozialen Arbeit im Empowerment von benachteiligten Gruppen und im Advocacy- Film. Der von der Gruppe entwickelte Film wirkt wie eine Art Anwaltschaft für Minderheiten und sozial benachteiligte Menschen. Er ist das Sprachrohr derjenigen, die nie gehört werden und bringt positive Nachrichten in die Welt. Auch in Situationen, wo kreative Konfliktlösungen gefragt sind, bietet diese Methode ein gutes Werkzeug einer gewaltfreien Kommunikation und fördert den Dialog. Sie findet auch einen Platz im Monitoring wie als ein unterstützendes Element in der Trauma-Arbeit. Auf jeden Fall stärkt es das individuelle und Gruppenbewusstsein, bringt einen Perspektivenwechsel und gibt benachteiligten Menschen eine Stimme. Es macht ihre Anliegen öffentlich. Diese Filme oder Kunstwerke öffnen Räume, um mit sozial unterschiedlichen Menschen in Dialog zu treten. Participatory Video (PV) bedeutet nicht nur die Kamera zu übergeben und den Teilnehmern einige Grundlagen des Filmens zu lehren. Damit ein Projekt teilhabend und selbstermächtigend ist, sollten einige Dinge beachtet werden: PV ist immer ein Gruppenprozess. Das Potential von PV liegt nicht in erster Linie im fertigen
Produkt, sondern in dem Prozess, den die Teilnehmer*innen während der Drehbuchentwicklung und der Filmherstellung machen. Die Entscheidungshoheit über den Film liegt bei der Gruppe. Die Teilnehmer*innen setzen sich kreativ mit ihren Lebensrealitäten auseinander und können ihre Lebensumstände neu reflektieren. Der Gruppenprozess fördert einen Perspektivenwechsel und ermöglicht sich aus einem distanzierteren Blickwinkel heraus zu betrachten. Das kann zu überraschenden Lösungsmöglichkeiten führen.

Storytelling in bewegten Bildern ist ein überwiegend praktisch orientierter Workshop, in dem die Teilnehmer*innen die verschiedenen Bausteine des Participatory Video Schritt für Schritt praktisch und theoretisch erlernen. Wir nutzen darüber hinaus zahlreiche Filmbeispiele um die Bandbreite der Möglichkeiten zu zeigen, von einfachen bis komplexen Projekten.

Trainerin: Lisa Glahn, Köln
(Dokumentar-)Filmemacherin für ÖR (3sat, ZDF, WDR, SWR), Radiojournalistin, seit mehr als
15 Jahren Facilitator u. Trainerin für Participatory Video, für filmisches Arbeiten mit der
Videokamera und dem Smartphone.

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Ort:
Kurt-Schumacher-Str. 1-3, 44534 Lünen
Standorte
Kursnummer:
222- BU 1
Kursleitung:
Lisa Glahn
Unterrichtseinheiten:
45 UE
Kursgebühr:
500,00 €
Noch Plätze frei

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