Antimuslimischer Rassismus - echt jetzt?

Am 1. Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini im Dresdener Landgericht mit 18 Messerstichen ermordet. Der Täter war der Angeklagte, der sie und ihr Kind ein Jahr zuvor rassistisch Beleidigte. Auch ihr Mann wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt. Ihr 3-jähriger Sohn wurde Zeuge ihres gewaltvollen Todes. Der Mord an der schwangeren, 32-jährigen Pharmazeutin aus Ägypten wurde auch international zur Zäsur dafür, welche Folgen antimuslimischer Rassismus haben kann. Seitdem steht der 1. Juli als Tag gegen antimuslimischen Rassismus für entschiedenes Eintreten für eine solidarische, demokratische, freiheitliche und offene Gesellschaft.

Gegen antimuslimischen Rassismus engagieren wir uns als Multikulturelles Forum ganzjährig: Als Querschnittsthema, für das wir in  der gesamten Bandbreite unserer Angebote sensibilisieren. In Workshops mit verschiedenen Zielgruppen von Schüler*innen, pädagogischen Fachkräften oder Verwaltungspersonal. Und natürlich mit unserer Servicestelle gegen Antimuslimischen Rassismus, die Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite steht und die Öffentlichkeit sensibilisiert.

Anlässlich des Tags gegen Antimuslimischen Rassismus laden wir in diesem Jahr zu zwei Veranstaltungen ein: In Dortmund stellen wir auf der Veranstaltung "Angegriffen und allein gelassen? Islamfeindliche Anschläge in Dortmund" die Studie von #brandeilig vor, aus der hervorgeht, dass Moscheegemeinden nach einem Übergriff weitestgehend auf sich selbst gestellt sind. Im Anschluss an die Studienvorstellung durch Meryem Küçükhüseyin von  Fair international Köln diskutieren wir mit Vertreter*innen der muslimischen Gemeinden soll im Anschluss über Herausforderungen und gemeinsame Strategien für Dortmund.

Als Teil des Netzwerks rassismuskritische Arbeit in Hamm laden wir außerdem zur Veranstaltung "Der weiße Fleck. Die Anleitung zum antirassistischen Denken." mit dem Journalisten und Autor Mohamed Amjahid ein. Schonungslos entlarvt Amjahid in seinem fesselnden Sachbuch die Strukturen einer Gesellschaft, in der Privilegien darin bestehen, dass sie für die Privilegierten nahezu unsichtbar sind, während die anderen umso mehr unter ihnen leiden. Eindringlich und überraschend humorvoll macht Amjahid diese blinden Flecken unserer Gesellschaft sichtbar.