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Antisemitismuskritische Bildungsarbeit in der postmigrantischen Gesellschaft

Verflochtene Äste eines Baumes an einer mit grünem Moos bewachsenen Wand als Hintergrund für die Ankündigung der Veranstaltungsankündigung "Antisemitismuskritische Bildungsarbeit in der postmigrantischen Gesellschaft"
Großer Saal der Auslandsgesellschaft.de
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Steinstr. 48
44147 Dortmund
Deutschland

Die facettenreiche Geschichte jüdisch-arabischer Verflechtungen zu vermitteln, um daraus Szenarien für ein von wechselseitiger Anerkennung geprägtes Miteinander in der postmigrantischen Gesellschaft zu entwerfen, stellt Akteur*innen vor eine relevante Herausforderung. Über das Bewusstsein einer geteilten, nie jedoch unbeschädigten Vergangenheit von Jüdinnen*Juden und der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft, lassen sich Perspektiven erarbeiten, die historische und gegenwärtige Diskriminierung, Verfolgung und (kollektive) Gewalt gegen Jüdinnen*Juden sowie transgenerationelle Traumatisierungen in eine gemeinsame Erzählung integrieren. Historische Bildungsarbeit zu jüdisch-arabischen Verflechtungen in der postmigrantischen Gesellschaft kann rassismus- und antisemitismuskritische Bildungsarbeit sein, wenn sie über verschiedene Zugänge antisemitische Deutungsmuster erkennbar macht, reflektiert und aufbricht. Dabei müssen kollektive Zuschreibungen, Pauschalisierungen und simplifizierende Erklärungsschablonen problematisiert werden, auch und gerade vor dem Hintergrund des israelbezogenen Antisemitismus. 

Gemeinsam mit unseren Gästen Dr. Sina Arnold, Prof. Dr. Omar Kamil und Prof. Dr. Julia Bernstein diskutieren wir Perspektiven, Chancen und Herausforderungen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit im Kontext der Vermittlung jüdisch-arabischer Verflechtungsgeschichte. Die Veranstaltung wird moderiert von Tanja Lenuweit.

Prof. Dr. Julia Bernstein ist Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences und Leiterin des dort angesiedelten Forschungsbereichs „Gesellschaftliches Erbe des Nationalsozialismus“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u. a. Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeiten und Rassismen in den Institutionen, visuellen Medien und im Alltag, Interkulturalitätsfragen, Jüdische Identität im gesellschaftlichen Wandel, Stereotypisierungs- und Ethnisierungsprozesse. Zu ihren Publikationen gehört u. a. ein Studienbericht im Auftrag des zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland“ (in Kooperation mit Andreas Zick, Andreas Hövermann und Silke Jensen).

Dr. Sina Arnold ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung (Technische Universität Berlin) und Projektleiterin im Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Sie studierte Ethnologie, Erziehungswissenschaft und Politikwissenschaft in Berlin und Manchester und wurde mit einer Arbeit zu Antisemitismusdiskursen in der US-Linken promoviert. Zu ihren gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten gehören aktueller Antisemitismus in der postmigrantischen deutschen Gesellschaft, institutioneller Rassismus, das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Rassismus sowie Erinnerungspolitik.

Prof. Dr. Omar Kamil ist Lehrstuhlinhaber der Vertretungsprofessur für Geschichte Westasiens an der Universität Erfurt. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind jüdische Lebenswelten in arabisch-islamischen Gesellschaften, Holocaust, Antisemitismus und Kolonialismus in der Postmigrationsgesellschaft sowie jüdisch-islamische Beziehungen in Geschichte und Gegenwart.

Tanja Lenuweit ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Minor - Projektkontor für Bildung und Forschung und leitete dort die beiden Projekte Der Gang der Geschichte(n) und Geschichte(n) und Perspektiven.

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